Homöopathische Mittel bei Parkinson

Weil es im deutschen Internet schwierig zu finden ist, stelle ich hier die Symptombilder für die wichtigsten homöopathischen Mittel bei Parkinson ein. Weiter unten gibt es noch ein paar naturheilkundliche Ergänzungen.

Rubrik Parkinson (22):

Agar, ambra, Arg-n, aur, bufo, Cocc, Con, Gels, Helo, Hyos, lathyr, Mag-p, MERC, nux-v, Phos, Plb, Puls, RHUS-T, stram, Tarent, Thuj, ZINC

Laut Complete Repertory (92) zusätzlich:

alum, ant-t, aran, aran-ix, arg, arn, ars, aur-s, aven, bani-c, bar-c, bell, brachy-s, buth-aust, camph, camph-br, cann-i, caust, chin, chin-b, chin-s, chlorpr, cimic, cocain, cory-c, dubin, dubin-s, ergot, gink, halo, hippoz, hyosin, ign, iod, kali-br, kres, lac-c, levo, lil-t, lol, lyc, mag, mang, mang-acet, mang-o, merc-c, merc-v, neod, ol-j, olnd, oxal, parath, passi, peg-h, perh, phys, pic-ac, plat, pras, prun, psil-c, rauw, reser, scut, stry, sulo-ac, syph, tab, thiop, verat-v, zinc-br, zinc-cy, zinc-pic,

Parkinson-Mittel, sortiert nach Wertigkeit

Mercurius (3-wertig)

Schwäche der Gliedmaßen, Zittern der Extremitäten, besonders die Hände. Paralytic agitans = Schüttellähmung. Reißende Schmerzen in den Gelenken. Kalter und feuchter Schweiß auf den Gliedmaßen. Fettiger Schweiß. Tremors überall im Körper. Schwäche mit Zittern von der geringsten Anstrengung.

Alle Symptome werden schlechter: nachts, Bettwärme, Feuchtigkeit, bei kalten, regnerischen Wetter und beim Schwitzen. Beschwerden steigern sich beim Schwitzen und bei Ruhe. Alle Symptome sind immer mit Müdigkeit, Erschöpfung und Zittern verbunden.

Langsam beim Beantworten von Fragen. Erinnerung geschwächt und Verlust von Willenskraft. Haut meist feucht schwitzend. Juckreiz verstärkt durch Bettwärme.

Zincum-Metallicum (3-wertig)

Heftiges Zittern (Zucken) des ganzen Körpers, besonders nach Gemütsbewegungen. Zucken bei Kindern. Chorea. Lähmungen von Händen und Füßen; Zittern der Hände beim Schreiben. Lahmheit, Schwäche, Zittern und Zucken der verschiedenen Muskeln. Füße in ständiger Bewegung, kann nicht still halten.

Schlimmer durch Berührung, zwischen 5 bis 7 Uhr, nach dem Abendessen, reichlich essen, Ausscheidungen.

 

Rhus-tox (3-wertig)

Wenn das Zittern beginnt mit Schmerzen, die durch die Bewegung erleichtert wird. Es gibt Steifigkeit der betroffenen Teile. Taubheit und Kribbeln, nach Anstrengung. Lähmung; Zittern nach Anstrengung. Glieder steif und gelähmt. Alle Gelenke heiß und schmerzhaft. Krabbeln und Kribbeln in den Fingerspitzen. Schlimmer im Schlaf, bei kaltem, nassen Regenwetter und nach dem Regen, nachts, beim Ausruhen, bei Durchnässung und beim Liegen auf dem Rücken oder der rechten Seite. Besser: warmes, trockenes Wetter, Bewegung, Wandern, Stellungswechsel, Reiben, ausstrecken der Gliedmaßen.

Gelsemium

Zentriert seine Wirkung auf das Nervensystem, bei verschiedenen Graden der motor. Lähmung... Schwindel, Benommenheit, Dumpfheit und Zittern sind das Markenzeichen dieses Mittels. Zittern rangiert an erster Stelle bei diesem Mittel. Hervorragendes Mittel für Schwäche und Lähmung bei Parkinson; vor allem der Muskeln des Kopfes. Lähmungen verschiedener Muskelgruppen wie Augen-, Hals-, Brust-, Schließmuskel und Extremitäten. Leitheilmittel für Schwäche und Zittern.

Geist träge und Muskulatur entspannt. Schwankender Gang. Verlust der Kraft zur Muskelkontrolle. Krämpfe in den Muskeln des Unterarms. Übermäßiges Zittern und Schwäche aller Gliedmaßen. Schlimmer: durch Feuchtigkeit, Aufregung, schlechte Nachrichten. Besser bei Vorwärtsneigung, reichlich Wasserlassen, fortgesetzter Bewegung und frischer Luft.

Argentum Nitricum

Komplementär zu Gelsemium. Gedächtnis beeinträchtigt; leicht aufgeregt und verärgert; Blähungen und grünlicher Durchfall. Koordination gestört, Kontrollverlust und Gleichgewichtsstörung mit Zittern und allgemeiner Schwäche. Lähmung mit geistigen und Bauchbeschwerden. Steifigkeit der Waden. Geht und steht schwankend. Taubheitsgefühl des Körpers, speziell der Arme.

Agaricus Muscarius

Zittern, Juckreiz und Zuckungen, Steifheit der Muskeln; Juckreiz der Haut über den betroffenen Teilen und extreme Empfindlichkeit der Wirbelsäule. Kann Berührung nicht ertragen. Zucken und Zittern sind starke Indikationen. Chorea und Zucken verschwindet während des Schlafes. Lähmung der unteren Extremitäten mit krampfhaften Zuständen der Arme. Taubheit der Beine beim übereinanderlegen. Lähmungsartige Schmerzen im linken Arm, gefolgt von Herzklopfen. Steifigkeit überall mit Schmerzen über den Hüften.

Cocculus

Kopf zittert beim Essen und wenn er höher angehoben wird. Knie sinken ab vor Schwäche. Torkelns beim Gehen mit Neigung auf eine Seite zu fallen. Knacken im Knie beim bewegen. Lahmheit schlimmer durch krümmen (der Extremitäten). Zittern und Schmerzen in den Gliedmaßen. Einseitige Lähmung schlimmer nach Schlaf. Sehr schmerzhaft, Lähmungszeichen. Gliedmaßen schmerzhaft, wenn sie gebogen werden.

Es zeigt besondere Affinität zu hellhaarigen Frauen, vor allem während der Schwangerschaft.

Lathyrus

Zittern der oberen Extremitäten mit paralytischer Schwäche der unteren Extremitäten. Gefühl, als ob die Glieder schwer und zusammengezogen sind; Extremitäten fühlen sich schwer an. Gefühl, als ob der Boden unregelmäßig ist, muss deshalb seine Augen auf dem Boden halten, um seine Füße aufzusetzen. Beeinflusst die seitlichen und vorderen Spalten des Rückenmarks. Keine Schmerzen. Reflexe immer erhöht. Lateral Sklerose und Kinderlähmung. Fingerspitzen sind taub. Zitternder, schwankender Gang. Übermäßige Steifigkeit der Beine mit spastischem Gang. Knie klopfen gegeneinander beim Gehen. Kann Beine nicht ausstrecken oder überkreuzten beim sitzen. Steife und lahme Knöchel.

Physostigma

Fibrilläres Zittern und Krämpfe der Muskeln, schlimmer durch Bewegung oder durch die Anwendung von kaltem Wasser. Herzklopfen und Flattern des Herzen fühlte er im ganzen Körper. Verringert die motorische und Reflexaktivität des Rückenmarks und verursacht den Verlust der Schmerzempfindlichkeit, Muskelschwäche und Lähmungen. Lähmung und Tremor, Chorea. Hirnhautreizung mit Steifigkeit der Muskeln. Schmerzen in der rechten Kniekehle. Brennen und Kribbeln im Rücken. Hände und Füße taub mit plötzlichen Zuckungen der Gliedmaßen beim Einschlafen. Krampfartige Schmerzen in den Gliedmaßen.

Ambra Grisea

Parkinson-Krankheit mit Taubheit der betroffenen Teile des Körpers; insbesondere im Alter angezeigt.

Zittern mit Taubheitsgefühl, Glieder schlafen ein durch die geringste Bewegung, Kälte und Steifheit der Gliedmaßen. Fingernägel werden brüchig und sind geschrumpft. Krämpfe in den Händen und Fingern. Schlimmer beim greifen nach irgendetwas. Krämpfe in den Beinen. Extreme Nervenüberempfindlichkeit. Angst und Wunsch, allein zu sein. Musik bewirkt weinen. Einseitige Beschwerden rufen nach diesem Mittel.

Heloderma

Parkinson-Krankheit betrifft vor allem die linke Seite mit einem Gefühl von Erschöpfung und Kälte.

Zitternd entlang der Nerven in den Gliedmaßen. Müdes Gefühl, sehr schwach und nervös, Ohnmacht, taube Sensation. Rückenmarksschwindsucht.. Die Augen werden immer prominenter und Hornhauttrübungen sichtbar. Sehr deprimiert und Gefühl, als ob er auf die rechte Seite falle. Gefühl, als ob er auf Schwämmen ginge. Als ob die Füße geschwollen wären. Beim Gehen hebt er den Fuß höher als üblich und setzt die Ferse hart auf. Dehnen entlastet die Schmerzen in Muskeln und Gliedern.

Mag-phos

Zittern; unfreiwilliges Schütteln der Hände. Schüttellähmung. Krämpfe in den Waden, Füße sehr empfindlich. Zucken, Chorea, Krämpfe. Taubheit der Fingerspitzen.

Schlimmer auf der rechten Seite, bei Kälte, Berührung, Nachts. Besser: Wärme, bending doble(?), Druck und Reibung.

Bufo Rana

Besondere Wirkung auf das Nervensystem. Schmerzhafte Lähmung. Schmerzen in den Lenden, Taubheit und Krämpfe. Schwankender Gang. Gefühl, als wenn ein Zapfen in Gelenke getrieben wird.

Schlimmer im warmen Zimmer. Besser: Baden oder kalte Luft. Setzt seine Füße in kaltes Wasser.

Tarentula

Bemerkenswert nervöse Erscheinungen. Chorea, extreme Ruhelosigkeit und Schüttellähmung. Muss sich ständig in Bewegung zu halten, obwohl gehen verschlimmert. Taubheit der Beine mit Zucken und Rucken. Außerordentliche Kontraktionen und Bewegungen.

Plumbum Metalicum

Schüttellähmung. Lähmungen einzelner Muskeln. Kann nichts heben oder anheben. Ausstrecken ist schwierig. Lähmung durch Überanstrengung der Streckmuskeln bei Klavierspielern. Fallhand. Verlust des Kniescheibenreflexes. Schmerzen im rechten großen Zeh in der Nacht. Hände und Füße kalt. Kinderlähmung und Neuritis.

Conium

Schwere, müde und gelähmten Gliedmaßen. Zittrige und unruhige Hände. Muskelschwäche vor allem der unteren Extremitäten. Schweiß der Hände. Aufsetzen der Füße auf einen Stuhl entlastet. Aufsteigenden Lähmungen, bei Versagen der Atmung. Schlimmer durch Hinlegen, Drehen oder aus dem Bett erheben, Kälte, Anstrengung. Besser bei Dunkelheit, Gliedmaßen nach unten hängen, Bewegung, Druck.

Stramonium

Parkinson-Krankheit mit Tremor, Muskelschwäche und Steifigkeit. Eigentümliche Gang und Schütteln.

Aurum Sulph

Ständiges Kopfnicken.

Causticum

Unsicherheit der Muskeln des Unterarms und der Hand; Taubheitsgefühl; Verlust von Empfindungen der Hand.

Naturheilkundliche Hinweise

Bekannte Auslöser für Parkinson sind Schwermetalle und Pestizide. Manche Patienten haben beide Belastungen. Dann sind Entgiftung und ggf. Schwermetallausleitungen nötig.

Man muss sich auch fragen, warum überhaupt zu wenig Dopamin vorhanden ist. Wenn man sich die biochemischen Grundlagen ansieht, entdeckt man oft bei diesen Patienten starke Mangelzustände an den Ausgangsstoffen und Hilfssubstanzen für die Dopamin-Produktion: Zink, Magnesium, Vitamin B6, Eisen, Vitamin D (wichtig für die Ankopplung von Dopamin) und eventuell SAM (Methionin), L-Tyrosin.
Man sieht diese Abhängigkeiten gut in der Grafik Bildung der Neurotransmitter in Benommenheit und Konzentrationsstörungen.

Parkinson-Medikamente dürfen keinesfalls schlagartig abgesetzt werden, da diese tief in den Gehirnstoffwechsel eingreifen.

Oft liegt auch die Mitochondrienfunktion in den Zellen im ganzen Körper massiv darnieder. Typische Symptome dafür sind chronische Schwäche, eine Zuckerverwertungsstörung mit Übersäuerung, Heißhungerattacken, Durchschlafstörungen, Vitamin B12-Mangel, diverse weitere Mängel und Beschwerden in anderen Organen. Für Parkinson selbst ist bekannt, dass die Mitochondrien in den Nervenzellen der Substantia Nigra ihre Funktion eingestellt haben, wodurch diese Zellen nicht mehr arbeiten können. Als Ursache wird die gestörte Entgiftung der in den Zellen anfallenden freien Radikale diskutiert, möglicherweise durch Enzymfehler.
Gezielte therapeutische Ansätze sind daher auch die Behandlung von Mitochondriopathien nach Dr. Kuklinski und nach Dr. Kremer (Cellsymbiosistherapie), die ich in meiner Praxis einsetze.

2014: Neue Hoffnung:
D-Laktat (linksdrehende Milchsäure) und Glykolsäure (eine Fruchtsäure) können im Labor die Mitochondrienfunktion geschädigter Parkinson-Nervenzellen vollständig wiederherstellen. D-Laktat ist in türkischem und bulgarischem Yoghurt enthalten und Glykolsäure u. a. in Pflaumen, Weintrauben und Zuckerrohr. Ob und mit welchen Dosen der selbe Effekt durch Ernährung erreicht werden kann, muss noch erforscht werden. Die beiden Substanzen sind wahrscheinlich tatsächlich für die Entgiftung anfallender Radikale zuständig. (4)

Quellen

[1] treatment.hpathy.com/homeo-medicine/homeopathy-parkinsons-disease/

[2] hpathy.com/cause-symptoms-treatment/parkinsons-disease/

[3] Repertorium Complete (aus Sesam Homöopathie Software)

[4] Mögliche neue Parkinson-Therapie – Meldung des Max Planck Institues Dresden vom 31.7.2014, Meldung beim MDR
Originalveröffentlichung: Yusuke Toyoda, Cihan Erkut, Francisco Pan-Montojo, Sebastian Boland, Martin P. Stewart, Daniel J. Müller, Wolfgang Wurst, Anthony Hyman und Teymuras V. Kurzchalia: Products of the Parkinson’s-disease-related glyxolase DJ-1, D-lactate and glycolate, support mitochondrial membrane potential and neuronal survival Biology Open, 25. Juli 2014, doi: 10.1242/bio.20149399

 

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